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Trennung

«Ich möchte die Trennung»

Eine persönliche Entscheidung mit weitreichenden Folgen: Trennung bedeutet Wohnungssuche, Regelung des Unterhalts, Obhuts- und Besuchsrecht für die Kinder, Trennung der Finanzen und vieles mehr. Es wird die zweijährige Trennungsfrist eingeleitet und damit die Voraussetzung für ein Scheidungsverfahren geschaffen.

 

Trennung - was bedeutet das?

Oft ist der Auszug eines Ehegatten die entscheidende Weichenstellung für die finanzielle und persönliche Zukunft. Doch was sollte vor der Trennung unbedingt beachtet werden? Ich will die Trennung – sollte trotzdem der andere Ehegatte ausziehen? Frühzeitige Beratung und das Ausloten von Einigungsmöglichkeiten bewahrt Sie vor einem Rosenkrieg. Noch vor dem Auszug sollte deshalb eine umfassende Beratung beim Scheidungsanwalt erfolgen.

Zusammen mit einem Scheidungsanwalt sollte ausgelotet werden, welche rechtlichen Ansprüche und welche Verpflichtungen bestehen. Dabei sollte bedacht werden, welche Änderungen sich in der Zukunft ergeben könnten und wie eine Gesamtlösung z. B. betreffend nachehelichem Unterhalt , Güterrecht und Versorgungsausgleich aussehen könnte. Auch das richtige Vorgehen sollte überlegt werden. Können Sie zusammen mit Ihrem Ehegatten eine Lösung finden oder geht es darum, sich für ein unvermeidliches  Streitverfahren bestmöglich zu positionieren?

Trotz allem Konfliktpotential– es gibt auch gemeinsame Interessen der Ehegatten bei einer Trennung und Scheidung. So bedeutet das richtige „Timing“ der Trennung Steuervorteile für beide, eine Einigung über die Folgen der Trennung und Scheidung vermeidet Kosten für einen weiteren Rechtsanwalt usw.

 

Wohnung - Wer zieht aus bei einer Trennung?

Häufig zieht derjenige Ehegatte aus, der sich auch trennen möchte. Doch kann er sich eine neue Wohnung überhaupt leisten? Macht es nicht eher Sinn, dass derjenige Elternteil, der die Kinder auch künftig betreut, erst einmal in der Wohnung bleibt und der andere auszieht. Können sich Ehegatten nicht einigen, wer von beiden ausziehen soll, kann auf Antrag das Gericht hierüber entscheiden . Der Richter weist dann die Wohnung einem der Ehegatten zur alleinigen Nutzung zu. Dabei zählt vor allem das Wohl der Kinder. In der Regel darf also der Ehegatte, der die Kinder betreut, in der Wohnung bleiben – der andere zieht aus. Dies gilt übrigens auch dann, wenn der andere Ehegatte der alleinige Eigentümer der Immobilie ist

 

Kinder - Ich will mich trennen, aber keinen Kampf um unser Kind!

Wie können wir uns trennen – und trotzdem Eltern für unser Kind bleiben? Kann eine Einigung zur Betreuung der Kinder nicht gefunden werden, ist bei einer Trennung das Obhutsrecht zu klären und das Besuchsrecht des jeweils anderen Elternteils zu regeln. Die Kindesschutzbehörde des jeweiligen Wohnorts vermittelt zwischen den Eltern. Sinnvoll ist eine umfassende Beratung noch vor dem Gang zur Kindesschutzbehörde: Der Berater/die Beraterin bei der Kindesschutzbehörde gibt nämlich bei einer späteren Gerichtsverhandlung Empfehlungen für das Gericht und schlägt eine Regelung vor. Denn findet sich durch Vermittlung des Kindesschutzbehörde keine Einigung, ist ein Antrag beim zuständigen Gericht zum Obhutsrecht, Besuchsrecht oder Sorgerecht nötig und die Kindesschutzbehörde ist dort am Verfahren beteiligt. Bleibt es stets beim gemeinsamen Sorgerecht? Wie ist der reguläre Umgang zu regeln, wie für Urlaub und Weihnachten? Welche Besonderheiten sind beim Umgang mit Babys und Kleinkindern zu beachten?

Die Rechtslage befindet sich im steten Wandel. Eine Beratung durch einen spezialisierten und engagierten Rechtsanwalt kann Streit um das Kind vermeiden. Klären Sie auch die Möglichkeit einer Mediation – sie kann gerade bei Auseinandersetzungen um Kinder helfen. Vermeiden Sie Fehler beim Kontakt mit der Kindesschutzbehörde und Gericht. Sollte es zu einer gerichtlichen Klärung kommen, vertreten wir Ihre Interessen und setzen uns dafür ein, dass eine belastende Begutachtung der Kinder möglichst unterbleiben kann.

 

Finanzen - Wer kommt für den Lebensunterhalt der Familie bei einer Trennung auf?

Für die Dauer des Getrenntlebens sind die von den Ehegatten zu leistenden Unterhaltsbeiträge für die gemeinsamen Kinder und den nicht erwerbstätigen Ehegatten festzulegen. Der obhutsberechtigte Ehegatte leistet während der Trennung seinen Beitrag an den Unterhalt der Kinder durch Betreuung, Pflege und Erziehung; der andere kommt für den finanziellen Teil auf. Gemäss aktueller Gerichtspraxis beträgt der Kindesunterhalt für ein Kind 15%, für zwei Kinder 25% und für drei und mehr Kinder 33% des zur Verfügung stehenden Einkommens.Im Übrigen sind die Bedürfnisse der Kinder, die Leistungsfähigkiet und die Lebensstellung der Ehegatten zu beachten.

Beim Ehegattenunterhalt ist umstritten, ob ein Ehegatte verpflichtet werden kann, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder eine Teilzeiterwerbstätigkeit zu erhöhen. Haben die Ehegatten Kinder, so ist die Erwerbsfähigkeit des betreuenden Ehegatten eingeschränkt. Die aktuelle Gerichtspraxis geht davon aus, dass mit Kindern unter 10 Jahren keine Erwerbstätigkeit zumutbar ist; zwischen 10.  und 16. Lebensjahr ein 50%-Arbeitspensum und ab 16. Lebensjahr Vollzeitarbeit möglich ist. Sind keine Kinder vorhanden, so sind beide Partner verpflichtet, ihre Erwerbsmöglichkeiten voll auszuschöpfen, sofern nicht das Alter, der Gesundheitszustand oder sonstige besonderen Umstände dagegen sprechen.

Bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts wird in einem ersten Schritt der Grundbedarf beider (Fixkosten für Wohnung, Krankenkasse, Transport, Versicherung, Steuern etc.) festgelegt. Je nach Einkommens-und Vermögensverhältnissen wird dieser Grundbedarf erweitert (Hobbys, Ferien, Auto etc.). In einem zweiten Schritt wird das Einkommen der Ehegatten festgestellt. Deckt das Einkommen den Bedarf beider Ehegatten, verbleibt ein sog. Überschuss, welche unter den Ehegatten geteilt wird. Praxisgemäss erhält der kinderbetreuende Ehegatte zwei Drittel des Überschusses. Vermag das Einkommen den Bedarf nicht zu decken, behält der unterhaltsverpflichtete Ehegatte sein Existenzminimum und bezahlt dem anderen Ehegatten den restlichen Betrag.